Forschung

Validierung der DRA®-Analyse als ein neurophysiologisches Messinstrument für die Früherkennung und Verlaufsmessung von Burnout-Patienten

In den letzten Jahren hat sich der Begriff Burnout inflationär im gesellschaftlichen wie auch klinischen Sprachgebrauch verbreitet, obwohl eine allgemein anerkannte Definition und eine Krankheitsentität bisher fehlt (Kaschka et. al. 2011). Breite syndromale Überlappungen scheint es zwischen dem Burnout-Syndrom und der depressiven Episode zu geben, wobei Burnout als Prozess zu verstehen ist, der bis zum Burnout-Syndrom verschiedene Phasen durchläuft ohne dass es einen prototypischen Verlauf gibt (Zaudig 2009). Folgekrankheiten können eine depressive Episode, eine Anpassungsstörung, Angststörungen, Somatisierungsstörungen, das Chronic fatigue syndrom, Somatoforme Schmerzstörungen, Fibromyalgie sowie Alkohol- und Nikotinmissbrauch sein (Zaudig 2009). Da der Entwicklung eines Burnout in der Regel ein längerer Prozess vorausgeht, sollte möglichst früh interveniert werden, um die Entwicklung einer psychischen Störung zu verhindern. Viele Klienten erkennen diesen Prozess zu spät und benötigen dann eine ambulante oder (teil)stationäre Behandlung. Zu Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung sollte der Therapeut auf eine medizinische Abklärung körperlicher Beschwerden bestehen, da Betroffene zum Ignorieren körperlicher Warnsignale neigen. An dieser Stelle könnte die DRA®-Analyse präventiv eingesetzt werden. Ziel der DRA®-Analyse ist die frühzeitige Messung funktioneller Störungen. Es werden Dysregulationen nachgewiesen, bevor sich Krankheiten manifestieren. Durch die hohe Sensibilität wird auch die psychische Ebene erfasst.

Fragestellungen

  1. Gibt es Korrelationen zwischen der klinisch gestellten Diagnose „Burnout“, gemessen mit dem Maslach Burnout Inventar (MBI), der Burnout-Screening-Scale (BOSS) und den DRA®-Analyse-Messwerten?
  2. Spiegelt sich die Veränderung der Symptomausprägung im Therapieverlauf, gemessen mit dem ICD-10-Symptom-Rating (ISR) in den DRA®-Analyse-Messwerten wieder?
  3. Können mit der DRA®-Analyse Burnout-Patienten von Patienten mit anderen psychischen Störungen ohne Burnout unterschieden werden?

Internettherapie von Zwangsstörungen (eine Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg)

Viele ambulante Therapeuten lehnen die Behandlung von Zwängen gänzlich ab oder führen aus mangelnder Erfahrung keine Reizkonfrontationsverfahren durch. Einen geeigneten ambulanten Therapieplatz zu finden kann (gerade in unterversorgten Regionen) somit zu einer unüberbrückbaren Hürde für die Betroffenen werden. Auch für den stationären Bereich bestehen häufig monatelange Wartezeiten. Unter diesen Gesichtspunkten könnte internetgestützte Psychotherapie eine Alternative darstellen. Internetgestützte Psychotherapie erfreut sich in den vergangenen Jahren bei unterschiedlichen Störungsbildern wachsender Beliebtheit und konnte in verschiedenen Studien eine signifikante Wirksamkeit mit Symptomverbesserung nachweisen. Internetgestützte Programme könnten gerade für dieses Krankheitsbild von großer Bedeutung sein, da es bisher noch keine internetgestützte Therapie mit therapeutischer Interaktion für die Behandlung von Zwangsstörungen gibt und die Zwangserkrankung ohne eine spezifische Behandlung gewöhnlich einen ungünstigen Verlauf nimmt.

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme an dieser Studie haben, so wenden Sie sich an die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Freiburg unter www.zwaenge.uniklinik-freiburg.de, Stichwort „Zwänge aktiv konfrontieren“ (ZAK).

Die Therapie dauert 7 Wochen und hat folgende Ein- bzw. Ausschlusskriterien:

Einschlusskriterien

  • Diagnose einer Zwangsstörung
  • Alter: 18 – 65 Jahre
  • Einwilligung zur Teilnahme an der Studie, inkl. Untersuchung durch einen an der Studie beteiligten ärztlichen Kollegen
  • Flüssig in Wort und Schrift der deutschen Sprache
  • Zugang zum Internet
  • Einwilligung des Arztes vor Ort, auch bzgl. Krisenintervention

Ausschlusskriterien

  • Schwere Depression (BDI-II > 24)
  • Klinisch relevante neurologische Erkrankungen
  • Gegenwärtig oder in der Vorgeschichte Missbrauch oder Abhängigkeit von psychotropen Substanzen (Alkohol, Drogen, Medikamente)
  • Benzodiazepin-Einnahme
  • Veränderung der Psychopharmakologischen Medikation innerhalb der letzten
    6 Monate
  • Akute Suizidalität