Expositionstraining / Flooding

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Expositionstraining / Flooding

Menschen neigen dazu, Angst besetzte Situationen zu vermeiden. Die Strategie der Vermeidung führt kurzfristig zu einer Entlastung, mittel- und langfristig aber zur Aufrechterhaltung der Angst.

Das Expositionstraining soll Ihnen helfen, sich (nach entsprechender Vorbereitung) den Angst besetzten Situationen zu stellen und die damit verbundenen Konflikte und Probleme zu lösen.

Das Flooding (engl. to flood = überfluten) ist eine intensive Reizkonfrontation, die sich vor allem bei Zwangspatienten in Kombination mit Reaktionsverhinderung bewährt hat. Alle Expositionsmaßnahmen werden selbstverständlich nur mit Einverständnis der Patienten durchgeführt.

Ängste und Zwangsstörungen überwinden durch Expositionstraining und Flooding in der Tagesklinik Westend in München

Die einen lieben es, sich aus dem Flugzeug zu stürzen, in der sicheren Gewissheit, dass der Fallschirm sich im rechten Moment öffnen wird. Den anderen bricht schon beim Gedanken daran der kalte Schweiß aus. Wir Menschen sind in Bezug auf unseren Wagemut und auf unseren Umgang mit Ängsten grundverschieden. Und das ist gut so.

Negativ wirkt sich die Angstvermeidung nur dann aus, wenn es sich um Situationen handelt, denen Sie im Alltag nicht aus dem Weg gehen können und denen Sie ein Gefährdungspotenzial zusprechen, das objektiv betrachtet nicht vorhanden ist. Denn Angstvermeidung hat eine enorm unangenehme Begleiterscheinung. Sie verschafft Ihnen zwar kurzfristig Entlastung, führt aber langfristig dazu, dass sich vorhandene Ängste weiter verstärken.

In der Tagesklinik Westend beinhaltet die Therapie Expositionstrainings/Floodings, sich solchen Ängsten zu stellen. Sie erwerben Strategien, um mit den körperlichen und mentalen Auswirkungen von Zwangsvorstellungen und Phobien umgehen zu können. Und Sie erobern sich auf diese Weise Stück um Stück mehr Lebensqualität und ungezwungene Teilhabe an Situationen zurück, die Sie zuvor zu meiden versuchten.

Was ist Expositionstraining? Wie läuft es in der Tagesklinik Westend ab?

Beim Expositionstraining setzen Sie sich aktiv mit Ängsten und Zwängen oder Zwangsgedanken auseinander. Man könnte auch sagen: Sie positionieren sich zu Ihren Ängsten, in der Absicht, diese zu überwinden.

Unter Anleitung eines Therapeuten grenzen Sie die Ängste und Zwänge zunächst gedanklich ein und ordnen sie bestimmten Situationen zu. Auch die Suche nach den Ursachen kann dem eigentlichen Training vorausgehen, doch ist diese nebengeordnet. In erster Linie geht es darum, festzulegen, welche Ziele Sie erreichen wollen und mit welchen Methoden Ihnen dies gelingt.

Handelt es sich um ein graduiertes Expositionstraining, beginnen Sie anschließend damit, sich Situationen vorzustellen, auf die Sie mit Zwangshandlungen, Zwangsgedanken oder auch mit Vermeidungsverhalten reagieren. Man sprich diesbezüglich auch von einer In-sensu-Exposition. Atem- und Entspannungsübungen helfen Ihnen dabei, diese Gedanken und Vorstellungen zuzulassen und körperliche Sensationen wie Herzrasen, Übelkeit oder Schwindel auszuhalten.

Haben Sie sich auf diese Weise in Ihrer Vorstellung mit beängstigenden Situationen vertraut gemacht und die Gewissheit erlangt, dass Sie weder in eine Ohnmacht fallen noch sterben werden, wird es Zeit, echte Situationen aufzusuchen, in denen die Angst- oder Zwangsstörung auftritt. Sie gehen jetzt vom In-sensu-Training zu einem In-vivu-Training über. Nach und nach nähern Sie sich auf diese Weise Ihren Zielsetzungen an.

Was ist Flooding? Welche Vorteile hat es, speziell für die Behandlung von Zwangsstörungen?

Beim Flooding handelt es sich um ein Expositionstraining, das sich speziell in der Behandlung von Zwangsstörungen als äußerst effektiv erwiesen hat. Auch das Flooding kann mit In-sensu- oder mit In-Vivu-Konfrontationen durchgeführt werden. Anders als beim graduierten Training beginnen Sie hier nicht mit den schwächsten angstauslösenden Reizen, sondern mit Vorstellungen und Situationen von mittlerer bis hoher Angstintensität.

Unterstützt werden Sie auch beim Flooding von einer intensiven Vorbereitungsphase und der Anleitung durch einen erfahrenen Therapeuten, zu dem Sie bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben. Und selbstverständlich wird dieser Sie keiner Situation aussetzen, der Sie nicht zugestimmt haben oder die sich in irgendeiner Weise als zu belastend oder negativ auswirken würde. Denn auch beim Flooding erfolgt eine Abstufung der Reize, denen Sie jeweils für einige Minuten ausgesetzt sind.

Rein intuitiv würden sich die meisten Patienten wohl dennoch für ein graduiertes Vorgehen entscheiden. Berücksichtigt man jedoch, welche Rolle die Angstvermeidung beim Aufbau psychischer Störungen spielt, werden die Vorteile des Floodings rasch deutlich. Denn mit dem Wegfall des zögerlichen und langgezogenen Aufbaus einer langsamen Desensibilisierung entfällt auch die Phase, in der sich die Angst vor dem Ereignis für gewöhnlich aufbaut und verstärkt. Stattdessen erleben Sie sofort und unmittelbar, dass Sie die Angst aushalten und zum nächstschwierigeren Reiz übergehen können.

Um es in einem Bild zu sagen: Anstatt sich mit verbundenen Augen an eine angstbesetzte Situation heranzutasten, lassen Sie sich beim Flooding sehenden Auges darauf ein. Mit der Folge, dass Sie deutlich schneller und intensiver bemerken, dass Sie Herr oder Frau der Lage sind und bleiben.

Die Erfolgsquoten des Floodings sind hoch und werden in der wissenschaftlichen Literatur mit 60 bis 80 % angegeben. Der Zeitraum, den Sie für ein Flooding-Training einberechnen müssen, ist demgegenüber gering. In der Regel reichen zwei bis drei Sitzungen in der Tagesklinik Westend aus.

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